Am 30. Juni 2019 fand nach 2013 und 2015 der dritte ökumenische Sternwandergottesdienst aller Kirchengemeinden Rödentals statt.

Katholischerseits stand um 9 Uhr die Eucharistiefeier in St. Hedwig am Anfang. Anschließend ging es zu Fuß oder mit dem Pfarrbus nach Mittelberg. Dort wurde der ökumenische Wortgottesdienst gefeiert, der von den vereinigten Chören Rödentals unter der Leitung von Steffi Vetter sowie einer Zusammenstellung diverser Pausaunenchöre aus dem Umkreis musikalisch gestaltet wurde.

Inhaltlich standen Petrus und Paulus, deren Hochfest am Tag davor war, Pate. Diakon Günter Neidhardt (Oeslau St. Johannis) und Pfarrer Winfried Rucker (Einberg St. Marien) verkörperten die beiden Apostelfürsten und gaben einen Einblick in ihr Leben und ihre Erfahrungen mit Gott und Christus.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Peter Fischer (Rödental St. Hedwig) heraus, dass Petrus und Paulus ganz ähnliche Erfahrungen als Jünger und Apostel des Herrn gemacht haben, und resümierte seinen Blick auf die beiden:

Petrus und Paulus, sie stehen beide nicht für einen Gott, der Listen führt, nicht für eine Kirche, die für Gesetzlichkeit, Aufrechnung und Abrechnung steht; Paulus und Petrus stehen beide für einen Gott, dessen größte Schwäche seine Liebe zu seinen Geschöpfen ist, und für eine Kirche, ja insgesamt für eine menschliche Gemeinschaft, die auf Barmherzigkeit, Mitleid, eben Liebe gründet, einer Liebe, die sie selbst aus Gott schöpft. Für eine Mitmenschlichkeit, die Umkehr und Neuanfänge ermöglicht, weil Gott sich dem Menschen in Christus neu zugewendet und ihn aufgerichtet hat.

Darauf aufbauend stellte er Charakteristika unserer Gesellschaft einerseits und Impulsen aus dem Evangelium andererseits gegenüber. Er schloss mit den Worten:

Wie das Wort Gottes in Christus Mensch geworden ist, so will es auch in und durch uns Gestalt annehmen, will in meinem Leben und durch mich in der Welt wirken! Das fängt damit an, dass wir Gottes Wort bewusst und aufmerksam hören, ihm Raum geben – wobei das Hören
nach biblischem Verständnis das Anwenden des Gehörten im Alltag notwendig mit einschließt.

So sollen wir uns Christus immer enger verbinden und zum Heil der Menschen für Gott leben. Wie Paulus im
Brief an die Galater schreibt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20)

Nach dem Gottesdienst blieb man noch zusammen; für Speis und Trank war bestens gesorgt.